Diäten im Test
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Symbolbild

Abnehmen zwischen Hoffnung und Frust: Wir prüfen bekannte Diäten kritisch, ordnen sie wissenschaftlich ein und zeigen, was langfristig funktioniert.

Abnehmen gehört zu den häufigsten Gesundheitszielen in Deutschland. Gleichzeitig ist kaum ein Thema so emotional aufgeladen. Versprechen von „10 Kilo in 4 Wochen“, Vorher-Nachher-Bilder und immer neue Trenddiäten wecken Hoffnung – und führen doch oft zu Enttäuschung. Viele Apothekenkundinnen und -kunden berichten von jahrelangem Diätwechsel, Jo-Jo-Effekt und wachsender Verunsicherung. Was ist sinnvoll, was gefährlich, was schlicht wirkungslos? Wir nehmen gängige Diätformen genau unter die Lupe. Ziel ist eine ehrliche, faktenbasierte Orientierung aus pharmazeutischer Sicht: Welche Diäten haben eine wissenschaftliche Grundlage, welche Risiken bestehen – und worauf kommt es wirklich an, wenn Gewicht dauerhaft reduziert werden soll?

Die Rolle der Apotheke beim Abnehmen

Viele Diäten beeinflussen die Wirkung von Arzneimitteln – etwa durch veränderte Resorption, Elektrolytverschiebungen oder Gewichtsveränderungen. Auch Nahrungsergänzungsmittel werden häufig unkritisch eingesetzt. Ihre Apotheke im Ärztehaus kann hier entscheidend unterstützen, z. B. mit der Einschätzung von Diätrisiken, Prüfung möglicher Wechselwirkungen und Beratung zu sinnvoller Supplementierung. Kommen Sie einfach bei uns in Büdelsdorf vorbei.

Warum Abnehmen so schwierig ist

Der Körper verteidigt sein Gewicht

Der menschliche Körper ist evolutionär darauf programmiert, Energiereserven zu schützen. Sinkt die Kalorienzufuhr deutlich, reagiert er mit Gegenmaßnahmen: Der Grundumsatz nimmt ab, Hungerhormone wie Ghrelin steigen, Sättigungshormone wie Leptin sinken. Studien zeigen, dass diese Anpassungen auch Monate nach einer Diät anhalten können – selbst wenn das Ausgangsgewicht längst wieder erreicht ist. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt, „Langfristige metabolische Anpassungen nach Gewichtsverlust“)

Der Jo-Jo-Effekt ist keine Willensschwäche

Bis zu 80 % der Menschen nehmen nach einer Diät innerhalb von zwei Jahren wieder zu – häufig sogar über das Ausgangsgewicht hinaus. Das liegt nicht an mangelnder Disziplin, sondern an physiologischen Anpassungen und unrealistischen Diätkonzepten. Besonders problematisch sind sehr kalorienarme Diäten unter 1.200 kcal/Tag. (Quelle: DGE – Übergewicht und Adipositas)

Diäten im Test: Eine kritische Einordnung

Low-Carb-Diäten – weniger Brot, schneller Erfolg?

Low-Carb-Konzepte reduzieren Kohlenhydrate zugunsten von Eiweiß und Fett. Der schnelle Gewichtsverlust zu Beginn ist vor allem auf Wasserverlust zurückzuführen, da Glykogenspeicher geleert werden. Studien zeigen, dass Low Carb nach sechs Monaten oft etwas effektiver ist als fettarme Kost – nach zwölf Monaten gleichen sich die Ergebnisse jedoch an. Problematisch kann eine ungünstige Lebensmittelauswahl sein: Viel rotes Fleisch, Wurst und gesättigte Fettsäuren erhöhen das kardiovaskuläre Risiko. Zudem fehlen häufig Ballaststoffe.

Bewertung: Kurzfristig möglich, langfristig nur bei ausgewogener Umsetzung sinnvoll.

Ketogene Diät – Stoffwechsel im Ausnahmezustand

Die ketogene Diät geht noch einen Schritt weiter und erlaubt meist weniger als 50 g Kohlenhydrate pro Tag. Der Körper stellt auf Fettverbrennung und Ketonkörper um. Medizinisch wird diese Ernährung z. B. bei therapieresistenter Epilepsie eingesetzt. Für gesunde Erwachsene ist sie als Dauerernährung kritisch zu sehen. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen („Keto-Grippe“), Verstopfung und Elektrolytstörungen sind häufig. Langzeitdaten zur Herzgesundheit fehlen.

Bewertung: Nur zeitlich begrenzt und nicht ohne fachliche Begleitung.

Intervallfasten – weniger wann, nicht was

Beim Intervallfasten wird nicht primär die Lebensmittelauswahl, sondern der Essenszeitraum begrenzt. Besonders verbreitet ist das 16:8-Modell. Studien zeigen: Die Gewichtsabnahme ist vergleichbar mit einer klassischen Kalorienreduktion, viele Menschen empfinden das Konzept jedoch als alltagstauglicher. Zusätzlich gibt es Hinweise auf positive Effekte auf Insulinsensitivität und Blutfettwerte. Entscheidend bleibt jedoch auch hier die Qualität der Ernährung.

Bewertung: Für viele geeignet, nicht empfohlen bei Schwangerschaft, Essstörungen oder bestimmten Erkrankungen.

Mediterrane Ernährung – langsam, aber nachhaltig

Die mediterrane Ernährung ist keine klassische Diät, sondern ein langfristiges Ernährungsmuster. Sie basiert auf viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Olivenöl und Fisch. Zahlreiche Studien belegen nicht nur eine moderate Gewichtsreduktion, sondern auch eine deutliche Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.

Bewertung: Goldstandard für nachhaltige Gesundheit.

Detox-, Saft- und Monodiäten – viel Marketing, wenig Nutzen

„Entgiften“, „Schlacken lösen“, „den Körper reinigen“ – diese Versprechen sind wissenschaftlich nicht haltbar. Leber, Nieren und Darm übernehmen diese Aufgaben täglich. Saftkuren führen zwar zu Gewichtsverlust, dieser beruht jedoch fast ausschließlich auf Wasser- und Muskelabbau. Risiken sind Eiweißmangel, Schwindel, Hypoglykämien und bei längerer Anwendung ernsthafte Nährstoffdefizite.

Bewertung: Aus gesundheitlicher Sicht nicht empfehlenswert.

Was wirklich funktioniert: Die gemeinsamen Erfolgsfaktoren

Unabhängig von der gewählten Methode zeigen erfolgreiche Ansätze klare Gemeinsamkeiten:

  • moderate Kalorienreduktion (300–500 kcal/Tag)
  • hoher Anteil an Gemüse und ballaststoffreichen Lebensmitteln
  • ausreichende Eiweißzufuhr zum Muskelerhalt
  • regelmäßige Bewegung, idealerweise Kraft- und Ausdauertraining
  • realistische Ziele

Bereits eine Gewichtsreduktion von 5–10 % verbessert Blutdruck, Blutzucker und Blutfette signifikant.

Diäten kurz & knapp

Die Suche nach der „perfekten Diät“ führt häufig in die Irre. Entscheidend ist nicht der Name des Konzepts, sondern ob es langfristig umsetzbar, ausgewogen und gesundheitlich sinnvoll ist. Radikale Diäten liefern schnelle Zahlen auf der Waage, aber selten dauerhafte Erfolge. Wissenschaftlich gut belegt sind moderate, alltagstaugliche Ernährungsformen wie die mediterrane Ernährung oder Intervallfasten mit ausgewogener Lebensmittelauswahl.

Wir in Ihrer Apotheke im Ärztehaus begleiten diesen Prozess kompetent und realistisch. Wir helfen, Risiken zu erkennen, Nährstofflücken zu schließen und Diätmythen einzuordnen. Wer nachhaltig abnehmen möchte, profitiert von fachlicher Beratung – individuell, ehrlich und auf Augenhöhe. Sprechen Sie uns an. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

FAQ: Häufige Fragen zu Diäten und Abnehmen

Welche Diät ist medizinisch am sinnvollsten?

Langfristig ausgewogene Ernährungskonzepte wie die mediterrane Kost.

Wie schnell sollte man abnehmen?

Etwa 0,5 kg pro Woche gilt als gesund und nachhaltig.

Sind Abnehmshakes eine gute Lösung?

Kurzfristig möglich, langfristig keine dauerhafte Strategie.

Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel beim Abnehmen?

Nicht pauschal – sinnvoll nur bei tatsächlichem Bedarf.

Kann man ohne Sport abnehmen?

Ja, aber Bewegung verbessert Erfolg und Gesundheit deutlich.

Vorsicht bei extrem eiweißarmen oder sehr einseitigen Diäten

Ein Mangel an Eiweiß, Vitamin B12, Eisen, Magnesium oder Vitamin D tritt häufiger auf als gedacht – besonders bei älteren Menschen. Symptome wie Müdigkeit, Haarausfall oder Muskelabbau werden oft falsch interpretiert. Lassen Sie sich beraten, bevor Sie längerfristig diäten.

 


Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Apotheke im Ärztehaus in Büdelsdorf . Stand 02/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.

Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Apotheke im Ärztehaus in Büdelsdorf vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.

Bernhard Ebbert,

Ihr Apotheker

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  1. 1 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
  2. 2 Angabe nach der deutschen Arzneimitteltaxe Apothekenerstattungspreis (AEP). Der AEP ist keine unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller. Der AEP ist ein von den Apotheken in Ansatz gebrachter Preis für rezeptfreie Arzneimittel. Er entspricht in der Höhe dem für Apotheken verbindlichen Abgabepreis, zu dem eine Apotheke in bestimmten Fällen (z.B. bei Kindern unter 12 Jahren) das Produkt mit der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnet. Der AEP ist der allgemeine Erstattungspreis im Falle einer Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen, vor Abzug eines Zwangsrabattes (zur Zeit 5%) nach §130 Abs. 1 SGB V.
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